Schulen und Bildung

Veröffentlicht am 10.08.2020 in Allgemein

Ein historisches Ereignis im Jahr 2019. Nein, wir meinen nicht die A 46.

Die Gemeinde Bestwig hat mit der CDU-Mehrheit den wichtigsten Baustein für eine attraktive Familienpolitik - die Sekundarschule - aus der Hand gegeben. Damit wird der Bildungsstandort Bestwig im weiterführenden Bildungsbereich ausschließlich durch die Einrichtungen der Fachschulen am Bergkloster begründet. Schulpolitisch ist die Gemeinde in diesem Bereich „blank“. Bestwig ist schul- und bildungspolitisch Diaspora.

Nach dem Schritt von der Haupt- und Realschule zur Sekundarschule dachten wir noch, diesen Eckpfeiler der Bildungspolitik gerettet zu haben. Mit dem Haushalt 2019 hatte der SPD-Fraktionsvorsitzende Paul Theo Sommer im Dezember 2018 in seiner Haushaltsrede noch Folgendes zu den anstehenden Investitionen im Franz-Hoffmeister-Schulzentrum vorgetragen:

„Hier profitieren wir von Fördergeldern, ohne die wir nicht in der Lage wären, die teils sehr hohen Investitionen zu schultern. Für Barrierefreiheit zu sorgen und einen Aufzug einzubauen kostet 370.000 €, notwendige Differenzierungsräume anzulegen 155.000 €. Das sind nur zwei Beispiele wie teuer es ist ein modernes Schulzentrum anzubieten. Wenn wir das nicht tun, laufen uns die Schüler davon und wir können unser Schulzentrum schließen Also sehr sinnvoll angelegtes Geld.“

Gut ein Jahr später war auch die Sekundarschule für Bestwig Geschichte. Wir können das zwar nicht rückgängig machen, gleichwohl stellen sich verschiedene Fragen:

  1. Voraussichtliche Schülerzahlen lassen sich aufgrund der Daten im Rathaus gut ermitteln. Konnte tatsächlich niemand voraussehen, dass die Schülerzahlen derart dramatisch zurückgehen? Warum war das erst sozusagen „über Nacht“ erkennbar?
  2. Sofern es keinen nennenswerten Rückgang der Zahlen gegeben hat, warum werden dann so viele Schülerinnen und Schüler an Schulen der Nachbarkommunen angemeldet? Was hat die Verwaltung unternommen, um den Schulstandort Bestwig zu sichern und im Wettbewerb mit den Kommunen zu bestehen?
  3. Waren die hohen Investitionen in vor Kürze noch notwendige Maßnahmen in spezielle Unterrichtsräume in den Sand gesetzt? Die einziehende Akademie wird sicherlich keine Chemie- und Physikräume benötigen. Wäre nicht eher die Überlegung angebracht gewesen, die Mittel für andere notwendige Maßnahmen im Gebäudekomplex, z. B. für die Sanierung der Sanitärräume in der Dreifachturnhalle, zu nutzen? Die Sanitärräume werden auch weiterhin von der Öffentlichkeit genutzt. Deshalb machen wir uns dafür stark, dass die Vereine die Dreifachturnhalle ohne Hallengebühren weiterhin nutzen können. 
  4. Die Sekundarschule ist bekanntlich nach Olsberg abgewandert. Warum hat die Verwaltungsspitze nicht mit den Vertretern der Stadt Olsberg verhandelt, um zumindest Teile des Standortes Bestwig zu sichern?

Chance vertan.

Die Gemeinde Bestwig hat nun nur noch ihre drei Grundschulen in Velmede, Nuttlar und Ramsbeck – das Mindeste was eine Gemeinde vorhalten muss. Die ganze Energie der gemeindlichen Schulentwicklung fließt nun in den Erhalt dieser drei Grundschulen an den jeweiligen Standorten. Wir setzen uns dafür ein, dass diese nicht nur mittelfristig, sondern langfristig erhalten bleiben.

Wie kann das gemeindeeigene Schulzentrum dauerhaft wirtschaftlich genutzt werden, ohne dass sich die Gemeinde „den Hals bricht“. Der Einzug der Akademie ist ein Baustein. Dabei kann es aber nicht bleiben. Wir wollen mit Bildungseinrichtungen ins Gespräch kommen, damit der Standort Bestwig wieder eine Rolle spielt.

 

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